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  • Viktor Werz

Schimmel in der Wohnung! Was nun?

Beim Frühjahrsputz hinter der Couch entdeckt oder nach einem Wasserschaden an der Wand ausgebreitet: Viele haben schon einmal Schimmel in ihrer Wohnung entdeckt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.


Das Wichtigste in Kürze:


Bildet sich in einer Wohnung oder einem Haus Schimmel, muss die Ursache umgehend gefunden und beseitigt werden. Nur so lassen sich Schäden für die Gesundheit und am Gebäude verhindern.

Häufig lösen unzureichendes Lüften oder Bauschäden den Schimmel aus.

Bei einem großen Befall über einem halben Quadratmeter ist es wichtig, schnell Fachleute einzuschalten, um den Schimmel zu entfernen.



Wie entsteht Schimmel?

In der Ecke eines Raumes, in der Nische unter der Fensterbank oder an den Anschlüssen des Fensters – Schimmel entsteht meist an diesen Stellen. Mit dem bloßen Auge lässt sich der Befall oft erst entdecken, wenn dunkle Flecken auftauchen. Dann kann Schimmel bereits die Substanz des Gebäudes und die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen. Wer weiß, wie Schimmel entsteht, hat die Chance, rechtzeitig vorzubeugen – durch bauliche Veränderungen oder durch optimales Heizen und Lüften.


Schimmelkeime und Sporen gibt es überall, sie gehören zu unserer natürlichen Umgebung. Wenn diese einen geeigneten Nährboden (organische Materialien wie Tapeten, Holz, Kleister oder Kunstharz) finden und über einen gewissen Zeitraum noch ausreichend Feuchtigkeit dazu kommt, entsteht ein sichtbarer Schimmelpilz. Schnell gesellen sich andere Mikroorganismen und Bakterien hinzu, so dass Schimmel in vielfältigen Farben und Formen wachsen kann.


Günstige Voraussetzungen für Schimmel sind zum Beispiel:


  • eine dauerhaft hohe relative Luftfeuchtigkeit im Raum (mehr als 60 Prozent).

  • feuchte Wände, Decken oder Fußböden.

  • niedrige Temperaturen an (der Innenseite von) Außenwänden

  • schlecht belüftete (und beheizte) Stellen an der Wand, zum Beispiel hinter Fußleisten oder hinter Möbeln, die dicht vor Außenwänden stehen

  • große Temperaturunterschiede zwischen den einzelnen Räumen einer Wohnung

Was sind die Ursachen für Schimmel?

Für Schimmelschäden in Wohnräumen gibt es verschiedene Gründe, zum Beispiel unzureichendes Lüften, zu sparsames Heizen oder bauliche Mängel. Besonders ältere und schlecht gedämmte Gebäude mit vielen Wärmebrücken sind anfällig für Schimmel. In allen Fällen ist Feuchtigkeit der Auslöser. Diese kommt entweder aus der Raumluft oder dringt von außen in das Gebäude oder ein Bauteil ein.


Feuchtigkeit aus der Raumluft

Wenn wir kochen, duschen, Wäsche trocknen oder atmen und schwitzen, gelangen täglich mehrere Liter Wasser in die Raumluft. So gibt zum Beispiel ein Mensch pro Nacht bis zu einem halben Liter Wasserdampf ab. Das ist in etwa so viel wie bei einmal Duschen. Wird diese feuchte Luft nicht regelmäßig und ausreichend aus dem Raum gelüftet, schlägt sich Feuchtigkeit an kalten Oberflächen in der Wohnung nieder, zum Beispiel als Tauwasser an Fenstern. Schimmel kann sich aber schon bilden, bevor Tauwasser sichtbar ist oder sich eine Wand feucht anfühlt.


Wichtig! Erst wenn die Ursache entdeckt und der Schaden behoben ist, kann Schimmelbefall fachgerecht und dauerhaft beseitigt werden. Sonst kommen Feuchtigkeit und Schimmel sehr wahrscheinlich wieder.


Welche Folgen hat Schimmel?

Schimmel kann sich sowohl auf die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner, als auch auf die Substanz eines Wohngebäudes auswirken.


Auswirkungen auf die Gesundheit

Schimmelpilze können die Gesundheit beeinträchtigen. Sie können allergische Reaktionen auslösen und bereits vorhandene Erkrankungen – vor allem der Atemwege – verstärken. Besonders gesundheitlich vorbelastete und immungeschwächte Menschen sollten Räume mit Schimmel meiden. Besteht der Verdacht, dass für gesundheitliche Beschwerden ein entdeckter oder möglicherweise ein noch nicht entdeckter Schimmelbefall in der Wohnung verantwortlich ist, ist ärztlicher Rat gefragt.


Auswirkungen auf die Bausubstanz

Schimmel entsteht häufig bei einem Bauschaden, bei dem Wasser eine Rolle spielt. Dringt Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein, kann die Bausubstanz beschädigt werden. Schimmelpilze zersetzen organische Materialien wie zum Beispiel Tapeten und Holz. Befallen holzzerstörende Pilze tragende Balken oder den Dachstuhl, kann ein Haus schlimmstenfalls unbewohnbar werden.


Wie kann ich Schimmel vorbeugen?

Die fünf wichtigsten Tipps im Überblick

  1. Regelmäßig checken: Wohnungen und Gebäude regelmäßig auf Schäden durch eintretendes Wasser kontrollieren (lassen). Eine kontinuierliche Instandhaltung und entsprechende energetische Modernisierungen helfen besonders bei älteren Häusern, das Gebäude vor Feuchteschäden zu schützen. Zum Beispiel erhöht sich durch eine Dämmung der Außenwände die Temperatur auf deren Innenseite im Raum. So wird das Schimmelrisiko reduziert. Gute Nebeneffekte einer energetischen Sanierung sind ein sinkender Heizenergieverbrauch, mehr Behaglichkeit und Komfort sowie ein steigender Immobilienwert.

  2. Schnell reagieren: Nasse Bauteile möglichst schnell trocknen. Nur so lässt sich verhindern, dass Schimmel entsteht und sich der Schaden vergrößert. Erst wenn die Ursache für den Feuchtigkeitsschaden entdeckt und der Schaden fachgerecht behoben ist, kann die Schimmelgefahr dauerhaft beseitigt werden.

  3. Richtig heizen: Beheizen Sie alle Wohn- und Schlafräume in der Heizperiode auf mindestens 16 Grad.

  4. Ausreichend lüften: Je höher die Luftfeuchtigkeit, umso größer ist das Schimmelrisiko. Lüften Sie Ihre Räume daher vor allem im Winter regelmäßig, um die Raumluft trocken zu halten. Besonders nach dem Duschen, Baden oder Kochen die Feuchtigkeit sofort rauslüften. Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit in den Räumen mit einem Thermo-Hygrometer.

  5. Clever einrichten: Möbel nicht vor kalte Außenwände stellen, Heizkörper und Fenster nicht verdecken. So kann die warme Heizungsluft kalte Wände, Fensterflächen und Raumecken ungehindert aufwärmen und die Gefahr von Schimmel sinkt.

Sie können Schimmel durch richtiges Heizen und Lüften vorbeugen.


Wie werde ich Schimmel wieder los?

Um Schimmel dauerhaft zu beseitigen, muss zunächst die Ursache für den Befall gefunden und behoben werden. Mehr zu den Ursachen im Abschnitt "Was sind die Ursachen für Schimmel?". Wichtig ist, den Schimmel schnell und vollständig zu beseitigen beziehungsweise beseitigen zu lassen. Mieter sind verpflichtet einen Schimmelbefall sofort dem Vermieter zu melden.


Auf kleinen Flächen: Schimmelbefall selbst entfernen.

Kennen Sie die Ursache und haben diese behoben, ist es bei nur oberflächlich befallen, kleinen Flächen bis zu einem halben Quadratmeter möglich, den Schimmel selbst entfernen.


Wenn Sie Schimmel selbst entfernen: Tragen Sie vorsorglich Handschuhe, einen Mundschutz mit Feinstaubfilter (mindestens Schutzklasse P2), eine Schutzbrille und eventuell einen Einweg-Overall. Achten Sie darauf, dass Sie keinen Staub aufwirbeln, in der Wohnung verteilen oder einatmen! (Dies ist nur ein Hinweis, Keine Beratung!)


Auf großen Flächen: Schimmelbefall fachgerecht sanieren lassen.

Bei größeren Schimmelschäden ab einem halben Quadratmeter müssen qualifizierte und sachkundige Fachleute ran, die auf eine Schimmelsanierung spezialisiert sind. Nur sie kennen mögliche Gefahren und sind mit den nötigen Techniken, den erforderlichen Schutzvorkehrungen sowie den aktuellen Vorschriften vertraut. Zu ihren Aufgaben gehören je nach Fachgebiet: die Maßnahme planen und vorbereiten, die Ursache des Schadens beseitigen, den Schimmel entfernen, anschließend den Wohnraum reinigen und eine abschließende Kontrolle von externen Sachverständigen durchführen lassen.


In der Regel wird es je nach Größe und Umfang der Schäden erforderlich sein, das betroffene Bauteil und die befallenen Materialien ganz oder teilweise auszubauen.


Quelle: www.verbraucherzentrale.de

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